Das Jahr 2020 wurde von Corona, den Infektions-Zahlen und Maßnahmen dazu beherrscht. Lockdows und Kita- sowie Schulschließungen mit Homeschooling forderten insbesondere Kinder und Eltern, sowie Lehrkräfte heraus. Wie sehen die Folgen von all dem aus? Mussten und müssen solche drastischen Maßnahmen tatsächlich sein?

Auf Kinder & Jugendliche haben Lockdowns negative Auswirkungen!

Das UKE Hamburg hat in einer COPSY-Studie, die von Wissenschaftler:innen Deutschlandweit durchgeführt wurde, schon 2020 herausgefunden:

“Die Kinder und Jugendlichen erleben während der Krise vermehrt psychische und psychosomatische Probleme:

  • Das Risiko für psychische Auffälligkeiten steigt von rund 18 Prozent vor Corona auf 31 Prozent während der Krise.
  • Die Kinder und Jugendlichen machen sich mehr Sorgen und zeigen häufiger Auffälligkeiten wie
    • Hyperaktivität (24 Prozent),
    • emotionale Probleme (21 Prozent)
    • und Verhaltensprobleme (19 Prozent).
    • Auch psychosomatische Beschwerden treten während der Corona-Krise vermehrt auf.
    • Neben Gereiztheit (54 Prozent) und
    • Einschlafproblemen (44 Prozent) sind das beispielsweise
    • Kopf- und Bauchschmerzen (40 bzw. 31 Prozent).”

Auch die Gewalt in Familien hat zugenommen!

Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Baumann

Menno Baumann, Professor für Intensivpädagogik an der Fliedner-Fachhochschule Düsseldorf fordert in seinem aktuellen Beitrag u.a.:

“… Es ist eine gemeinsame Aufgabe, zwar Respekt vor den Folgen einer exponentiellen Ausbreitung der Krankheit zu schaffen, gleichzeitig aber auch Ängste zu reduzieren …

… Angst ist einer der wichtigsten Gewalttrigger überhaupt, und so wäre eine schnelle Absicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Familien ein hilfreicher Faktor zur Eskalations-Vermeidung…”

Auch eine RKI-Studie spricht von gehäufter Aggression & Gewalt!

“Schließungen der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und der damit einhergehende Verlust der gewohnten Tagesstruktur, Kontaktabbrüche und dem eigenständigen Lernen zu Hause stellten erhebliche Herausforderungen für betroffene Kinder und deren Familien dar. Räumliche Enge und fehlende Ausweichmöglichkeiten während der Eindämmungs-Maßnahmen konnten außerdem zu erhöhtem familiärem Stress und gehäufter familiärer Aggression sowie zu häuslicher Gewalt führen.”

Der abschließende Rat lautete: “Bei möglichen zukünftigen Pandemien oder weiteren Wellen der COVID-19-Pandemie sollten die Bedürfnisse von Heranwachsenden und deren Familien während der Eindämmungs-Maßnahmen stärker berücksichtigt werden!” (Quelle:  siehe unten).

Dieses RKI-Zitat stammt aus August 2020.

Warum wurde und wird das bei der aktuellen “Welle” nicht berücksichtigt?


Übrigens: Ob Kita- & Schul-Schließungen wirklich sein müssen, ist unklar.

Wieviele Infektionen es in Schulen gab, weiß niemand genau! In den Weihnachtsferien recherchierte die Redaktion nach Zahlen über Infektions-Orte; insbesondere interessierte uns, ob Schulen tatsächlich Orte sind, wo sich Viele anstecken. Die Recherchen ergaben: Das weiß anscheinend niemand!

Beim RKI stellte erkant.de Presse-Anfragen; die Antworten ließen aber jede Menge Fragen offen. Am Ende hieß es: “Mehr können wir Ihnen dazu nicht antworten”. Doch hinter einen Link, der zugesendet wurde, befand sich eine Tabelle mit Zahlen zu Infektions-Orten. Überraschend:

Beim RKI werden Schulen als Infektions-Orte NICHT erfasst! Anderswo gibt es auch keine bundesweit zentral erfassten Daten.

Entsprechend schrieb die Redaktion der Presse-Abteilung der KMK (Kultusministerkonferenz) an. Auch dort gibt es keine genauen Zahlen, die zeigen, ob sich in Schulen viele Menschen infizieren oder nicht. Es werden zwar Zahlen bei den 16 Bildungsministerien eingesammelt, aber die sagen nur aus, wieviele Schüler (m/w/d) und Lehrkräfte möglicherweise mit Corona infiziert waren. Es wurde erkant.de mitgeteilt:  “Das Erkenntnis-Interesse bei den Erhebungen der Länder ist vordergründig kein infektions-medizinisches, sondern ein primär unterrichts-organisatorisches.” – Was auch immer das heißen soll.

Auch beim Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin fragte die Redaktion nach. Die Antwort war: “Die von Ihnen angefragten Zahlen werden in den Ländern erhoben und ausgewertet. Wenn selbst die KMK keine belastbaren Zahlen hat, würde ich Ihnen raten, die Länder selbst zu kontaktieren. Das BMBF führt hierzu keine Statistik.”

Zusammenfassend heißt das: Ob Schulen nun ein maßgeblicher Infektionsort sind oder nicht, konnte nicht herausgefunden werden. Allerdings ist z.B. bei QUARKS zu lesen, dass nach aktueller Datenlage Kinder und Jugendliche NICHT als größter Anheizer der Pandemie gelten.

Frage ist auch: Wie entstehen ohne Fakten, ohne statistisch erhobene, zentral zusammengefasste und öffentlich gemachte Zahlen, die Empfehlungen für das Bildungssystem? Und was bedeutet ist es, theoretisch / laut Testergebnis aus dem Labor, mit CoVid19 infiziert zu sein?

Gerade Kinder und Jugendliche sind meistens überhaupt nicht krank, zeigen keinerlei Beschwerden. Wieso leben sie dennoch Zuhause wie eingesperrt? Wochen- und Monatelang? Immer wieder?

Nachtrag der Redaktion vom 15. Januar: Die KMK hat, wie andere Medien berichteten, Mitte Dezember eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Und: Die ersten Bundesländer haben jetzt, Mitte Januar 2021, Infektionszahlen veröffentlicht. Diese sind, wenn Daten aus allen Bundesländern vorliegen, natürlich mit anderen Infektionsorten zu vergleichen bzw. ins Verhältnis zu setzen.


Fakt ist laut RKI allerdings:

Alten- und Senioren-Einrichtungen sind mit Abstand die am häufigsten betroffenen Infektions-Orte (siehe Tabelle / Diagram) – leider wohnen dort ausschließlich Risikopatienten.

Wie sollten Lockdowns den Senioren helfen können? Warum müssen dann Kitas & Schulen, in Bundesländern mit verhältnismäßig kleinem Infektions-Geschehen, so oft und lange geschlossen bleiben? Gibt es keine anderen Maßnahmen, die genau dort helfen können, wo die Not am größten ist? In Alten- und Senioren-Einrichtungen?

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